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Aktuelle Studie: Testosteron fördert die Ungeduld bei Jugendlichen

Geduld ist eine Tugend“ – so lautet ein altes Sprichwort. Dabei weiß jeder, dass Geduld vor allem eine Tugend von älteren Menschen ist. Jugendliche reagieren hingegen eher impulsiv und ungeduldig. Doch warum ist das eigentlich so?

Aktuelle Studie: Testosteron fördert die Ungeduld bei JugendlichenForscher des Max-Planck-Instituts und der Universität von Kalifornien in Berkeley (USA) wollten es genau wissen: Sie wollten herausfinden, warum Jugendliche so impulsiv und manchmal auch – vor allem aus den Augen ihrer Eltern – irrational reagieren. Dabei im Fadenkreuz: Das männliche Sexualhormon Testosteron.

Beeinflusst der Testosteronspiegel im Blut tatsächlich das Verhalten und die Entscheidungsfindung bei Jugendlichen? Im folgenden Artikel erhalten Sie die Antwort. 

Wie wurde die Studie durchgeführt?

Die Versuchsgruppe bestand aus insgesamt 72 männlichen Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren. Die Forscher entschieden sich für eine rein männliche Versuchsgruppe, da Jungen und Männer als deutlich impulsiver gelten und das männliche Sexualhormon Testosteron bei der Studie im Vordergrund steht.

Zuerst wurden bei allen Teilnehmern zweimal Speichelproben am Morgen entnommen, um die Testosteronkonzentration im Körper zu messen. Aus dieser Messung war der Status der Pubertät ablesbar. Je weiter die Pubertät fortschreitet, desto höher steigt gleichzeitig der Testosteronspiegel – natürlich mit individuellen Schwankungen.

Um das Verhalten selbst zu untersuchen, mussten die Jugendlichen einen hypothetischen Wirtschaftstest durchführen, bei dem es darum ging, kurzfristig mit einem geringen Betrag oder langfristig mit einem höheren Geldbetrag entlohnt zu werden. Jeder Jugendliche musste die Entscheidung insgesamt 80 Mal fällen, um statistisch relevante Ergebnisse zu erzielen.

Auf Basis dieser beiden Tests konnte das Verhalten der jeweiligen Testperson in Relation zu ihrem derzeitigen Testosteronspiegel gesetzt werden.

Zu welchen Ergebnissen führte die Studie?

Rund zwei Drittel der Jugendlichen tendierten zur sofortigen und kurzfristigen Auszahlung des Geldbetrages.

Wie sind diese Ergebnisse zu erklären?

Um die Hintergründe der Studie zu verstehen, müssen wir etwas weiter in die Tiefe gehen: Bei der Entscheidungsfindung des Menschen sind vor allem zwei Netzwerke im Gehirn involviert: Das subkortikale, affektive Netzwerk und das kortikale, kognitive Netzwerk. Das affektive Netzwerk ist für spontane, kurzfristige Entscheidungen zuständig, wohingegen das kognitive Netzwerk auf Verhaltensweisen wie Geduld und langfristige Entscheidungen zielt.

Bei Jugendlichen ist es nun so, dass das affektive Netzwerk deutlich schneller reift und das kognitive Netzwerk während der Pubertät fast vollständig verdrängt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Jugendliche zu schnellen und sofortigen Belohnungen tendieren. Das Sprichwort „Geduld ist eine Tugend“ passt also erwiesenermaßen zu älteren Menschen.

Wie können die Forschungsergebnisse genutzt werden?

Anhand der Ergebnisse dieser Studie lässt sich das Verhalten von Jugendlichen besser erklären. In der Erziehung können die Ergebnisse beispielsweise genutzt werden, indem Jugendliche immer sofort für ihr Verhalten belohnt werden. Solche Belohnungen fruchten eher als langfristige Belohnungen, sodass der Jugendliche sein positives Verhalten in Zukunft mit einer höheren Wahrscheinlichkeit wiederholen wird.

Impulsivität gehört bei Jugendlichen einfach zum Verhalten dazu – insbesondere bei männlichen Jugendlichen. Erwachsene sollten daher in gewissem Maße Verständnis dafür aufbringen.

Was planen die Forscher als nächsten Schritt?

Im nächsten Schritt möchten die Forscher herausfinden, welche Effekte das Hormon Testosteron direkt auf die beiden zuvor genannten Netzwerktypen im Gehirn hat. Wie beeinflusst Testosteron das Ungleichgewicht zwischen den beiden Netzwerken? Wieso reift das affektive Netzwerk schneller als das kognitive Netzwerk?

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